Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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Sauschwer und Federleicht - Maße und Gewichte im Rheinland

Ausstellung vom 24. September 2007 bis 30. April 2008 im Handwerkerhaus Henkel

Panorama Foto der Ausstellung "Sauschwer und Federleicht - Maße und Gewichte im Rheinland". Foto kann in neuem Fenster vergrößert werden. Foto: Tameer Eden, Agentur ProfiPress

Was ist das „Zünglein an der Waage" und worüber entscheidet es? Worin besteht der Unterschied eines „gerüttelt" und „gestrichen" Maß? Warum brauchten und brauchen Menschen allgemeingültige Waagen, Gewichte und Maßeinheiten? Welche Veränderungen und Auswirkungen auf das alltägliche Leben im Rheinland hatte die Einführung des metrischen Systems im 19. Jahrhundert?
Die Ausstellung „Sauschwer und Federleicht – Maße und Gewichte im Rheinland" zeigt die Entwicklung unterschiedlicher Maßeinheiten und deren Bedeutung für die Menschen in ihren jeweiligen Lebenswelten.

Abbildung aus dem Arbeitsalltag eines Schneiders im 18. Jahrhundert. Abbildung kann in neuem Fenster vergrößert werden.In mehreren Alltagsszenen wird gezeigt, wie kompliziert der Alltag sich gestaltete, wenn Maße und Gewichte, sowie deren Kontrolle in den Händen jedes Einzelnen lagen. Heute hinterfragt niemand mehr, ob die Mengenangaben auf Verpackungen von Milch, Käse, Zucker und Brot tatsächlich stimmen oder überprüft werden müssen. Aber gewöhnliche Einkäufe von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern und der tägliche Handel waren früher komplizierter und bedurften sehr guter Kenntnisse einer Vielzahl unterschiedlicher Messgeräte und Maßeinheiten. Diese verschiedenen Geräte werden in ihrer alltäglichen Verwendung und Entwicklung ausgestellt und zeigen dabei den Berufsalltag manches Handwerkers oder Handeltreibenden.

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Die Entwicklung des metrischen Systems mit seinen Auswirkungen zeigt sich in vielen Facetten. Denn bis zur Einführung des metrischen Systems im deutschen Kaiserreich 1872 herrschte ein „maßloses" Chaos auf den Märkten oder Handelsplätzen und in den Werkstätten.

Abbildung einer Steinhauer- und Maurer-Werkstatt im 18. Jahrhundert. Abbildung kann in neuem Fenster vergrößert werden.In den verschiedenen Herzogtümern und Territorien wurde mit unterschiedlichem Maß gewogen und gemessen. Stadtrechte und Territorialgrenzen führten zu unterschiedlichen Messlatten und Messungen und zwangsläufig bei Käufen auf Märkten und Abgaben der (Natural-)Steuern zu Streitigkeiten. Regionale Abweichungen oder Besonderheiten wie der Umfang eines Scheffels steigerten die Komplexität des Handels enorm.
Bei Längenangaben halfen „natürliche" Maßeinheiten wie Körperlänge. Bei einem „faustdicken" Wollbündel oder „armlangen" Tuch entstehen auch heute noch konkrete Vorstellungen bei jedem Einzelnen. Die frühen Bezeichnungen für Maßeinheiten, ob Elle oder Fuß, große oder kleine Handbreite, konnten demnach unmittelbar vom menschlichen Körper abgeleitet werden.

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Waage aus der Ausstellung "Sauschwer und Federleicht". Foto kann in neuem Fenster vergrößert werdenDie Ausstellung zeigt verschiedene Messgeräte wie Balken-, Laufgewichts-, Dezimal- und Federwaage und ihre Veränderungen in den letzten Jahrhunderten bis hin zu heutigen Formen in verschiedenen Alltagssituationen inszeniert.

 

Das Thema der Maße und Gewichte bietet dabei Anknüpfungspunkte zu weiteren, existenten Ausstellungseinheiten in Kommern:

Das museumspädagogische Angebot der Ausstellung wird sicherlich individuell als „sauschwer" oder „federleicht" empfunden, lädt aber zur intensiveren Auseinandersetzung mit dem Messen und Wiegen ein.

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